Der Pestarzt
(Öffentliche Daten: November bis Dezember)
"Mit Schnabel geschützt gegen des Todes Hauch,
keine Fehler er sich leisten lässt / holt letztens auch ihn
der Tod, gewandet in Form der schwarzen Pest."
Der Pestarzt
Dunkle, bitterkalte Gassen, unheimliche Stille, in der Entfernung hört man das Kläffen eines Hundes und das Quietschen der Wirthausschildhalterung.
Irgendwo aus den Fenstern eines spärlich erleuchteten Hauses hört man das qualvolle Husten und Ringen nach Luft.
Der Duft von Ölen und Weihrauch zieht sich durch die Strassen, vermischt sich mit einem beissenden Geruch von Leichen. Der Schwarze Tod hat Europa in seinen mehrern Pestwellen fest in seinen knochigen Händen. Es braucht nun keine Helden, sondern Fachleute!
Der Pestarzt ist ein Mediziner, welcher in Mailand viel über die Pest und deren Eindämmung gelernt hat. Seine Ausrüstung hat er ebenfalls aus den Süden einem Dr. Schnabel aus Rom abgekupfert, sie ist das einzig Wirksame, welches ihn bei seinen Behandlungen und Untersuchungen schützt, bis jetzt.
Doch Luzern hält sich besonders im Jahre 1628 wacker und verzeichnet keine Pesttoten. Damit das so bleibt, wurde der Pestarzt im harten, kalten Winter nach Luzern beordert, um nach den Rechten zu sehen und notfalls einzuschreiten.
Haltet Schritt mit ihm, und helft ihm bei seinen Nachforschungen, und mit Gottes Wille, werdet auch ihr der Pestilenz trotzen.... oder ihr erlegen, der Pestarzt haut euch stets im Blick!
- Pestilenz in Luzern - 1628
- Die Pest im Mittelalter
- Irrglaube, Aberglaube und Medizin
- Heutige Plätze der Luzerner Pestkranken
Die Route der "Die Pest ist da" Tour
Dauer: ca. 100 Minuten
Fitnesslevel: 🔵🔵️⚪️
Treffpunkt: Vor der Sentikirche (Haupteingang)
Ende: Vor dem Museum Luzern, Kasernenplatz 6
* für eine grössere Ansicht, das Bild in einem neuen Tab öffnen.
Der Weg des Pestarztes:
- Vor der Sentikirche (Treffpunkt)
- Gibraltarstrasse
- Staatsarchiv Luzern
- Bruchstrasse
- Altes Kloster (ehemals)
- Bruchtor
- Rütligasse, Innenhof
- Krienbrücke
- Rosengässli
- Reussbrücke
- Metzgerrainle
- Kramgasse
- Weinmarkt
- Rössligasse
- Löwengraben
- Mühlenplatz
- Spreuerbrücke
- Vor dem Museum Luzern, Kasernenplatz (Ende)
Der Fachmann im Interview
Habe ich die Pest?
Falls es so wäre, würdet ihr mich nicht mehr fragen können.
Glaubt mir!
Welches ist Eure Lieblingstour?
Ich habe nicht wirklich Zeit auf Touren zu gehen. Mein Weg führt mich von Süden nach Norden. Von West nach Ost. Immer auf der Suche nach Antworten, wie wir der Sache Herr werden können. Doch mein Kollege den Medicus würde ich sicher wieder mal besuchen. Und den Henker! Ich brauche neue... neue Reagenzien für meine... Forschungen!
Warum seid Ihr nur im Winter unterwegs?
Am liebsten würde ich Euch sagen, weil es im Sommer in dieser Kluft zu heiss ist. Doch hauptsächlich, weil ich dann aus Fortbewegungsgründen und verschneiten Strassen und Pässen nicht gross reise. Und ich muss in der Stadt für Ordnung sorgen, sollte der Schwarze Tod wieder aufkommen.
Was empfehlt Ihr bei einer Ansteckung der Krankheit?
Sofort alle Kleider die Ihr getragen habt verbrennen. Räuchert Eure Behausung. Begebt euch ins nächste Siechenhaus oder verlasst die Stadt, damit die Krankheit sich nicht ausbreitet. Ich kann euch lindernde Mittel geben, aber keine Heilung versprechen. Betet!
Waren wirklich die Ratten an allem Schuld?
Jein. Sie trugen die Pest in die Städte, doch waren nicht nur sie Schuld an der Misere! Wir Menschen sind mitschuldig, da bin ich voll bei der Theorie aus Mailand. Doch ich bin mir noch nicht sicher ob die Krankheit durch Miasma oder durch Menschenansammlungen verbreitet wird. Ich tendiere aktuell zu Letzterem.